Über die Wohngemeinschaft
Die WG Nahariya bietet Menschen mit Demenz einen familiären und überschaubaren Wohnraum, in dem persönliche Bedürfnisse, Gewohnheiten und Fähigkeiten im Mittelpunkt stehen. Die Wohngemeinschaft verbindet eine verlässliche pflegerische Versorgung mit einem Alltag, der sich möglichst nah an einem Leben im eigenen Zuhause orientiert.
In der WG leben bis zu 11 Bewohner:innen in eigenen Einzelzimmern. Gleichzeitig bietet ein großer gemeinsamer Wohn- und Essbereich mit offener Küche viel Platz für Begegnung und gemeinsames Leben. Die Räume sind so gestaltet, dass Gemeinschaft möglich ist, aber jederzeit auch der Rückzug ins eigene Zimmer bleibt.
11 persönliche Einzelzimmer
Alle Bewohner:innen verfügen über ein eigenes Einzelzimmer. Die Räume sind unterschiedlich groß und bewegen sich ungefähr zwischen 15 und 20 m².
Die Zimmer werden nicht standardmäßig möbliert. Bewohner:innen können ihre eigenen Möbel, Bilder, Erinnerungsstücke und persönlichen Gegenstände mitbringen und ihren privaten Rückzugsort nach den eigenen Vorstellungen gestalten.Gerade für Menschen mit Demenz können vertraute Möbel und persönliche Gegenstände eine wichtige Rolle spielen und Orientierung sowie Vertrautheit schaffen. Die Zimmer sind hell, ruhig und mit Blick ins Grüne ausgerichtet.
Gemeinschaft und Rückzug gehören zusammen
Das Herzstück der Wohngemeinschaft ist der großzügige Gemeinschaftsbereich. Dazu gehören ein Gemeinschaftswohnzimmer, ein Essbereich und eine offene Küche. Außerdem stehen gemeinschaftlich genutzte Badezimmer zur Verfügung.
Hier kommen die Bewohner:innen zusammen, essen miteinander, entscheiden gemeinsam über Aktivitäten oder beteiligen sich – soweit sie können und möchten – am Alltag.
Gleichzeitig bleibt das eigene Zimmer ein persönlicher Rückzugsort. Gerade diese Verbindung aus Gemeinschaft und Individualität gehört zum Konzept der WG.
Alltag nach den Bedürfnissen der Bewohner:innen
In der WG Nahariya steht nicht ein starrer Tagesablauf im Vordergrund. Vielmehr soll sich der Alltag an den Bedürfnissen, Gewohnheiten und Möglichkeiten der Bewohner:innen orientieren. Nicht das System bestimmt den Tagesablauf, sondern die Gemeinschaft organisiert das Zusammenleben entsprechend der individuellen Bedürfnisse. Persönliche Wünsche sollen dabei möglichst berücksichtigt werden.
Wer noch mithelfen kann und möchte, kann sich beispielsweise beim gemeinsamen Kochen oder bei anderen alltäglichen Aufgaben beteiligen. Regelmäßige Beschäftigungsangebote gehören ebenfalls zum WG-Alltag. Dazu zählen unter anderem Musiktherapie, gemeinsames Kochen, gemeinsam geplante Aktivitäten sowie Feste und individuell gestaltete Geburtstage. Die Atmosphäre ist harmonisch und familiär.
Personenzentrierte Pflege für Menschen mit Demenz
Die Wohngemeinschaft richtet sich gezielt an Menschen mit Demenz. Typischerweise leben hier Menschen mit den Pflegegraden 3 bis 5. Wesentlich für die Arbeit ist die personenzentrierte Pflege. Das bedeutet: Nicht die Diagnose soll den Menschen definieren. Vielmehr stehen Persönlichkeit, Biografie, Fähigkeiten, Bedürfnisse und individuelle Wünsche im Mittelpunkt.
Auch Selbstbestimmung spielt dabei eine wichtige Rolle. Die Wohngemeinschaft soll ein geschützter und gleichzeitig möglichst normaler Lebensraum sein – kein abgeschlossener institutioneller Bereich.
Für wen eignet sich die WG?
Besonders wohl können sich hier Menschen mit Demenz fühlen, die gerne in Gemeinschaft leben, gleichzeitig aber einen eigenen Rückzugsort benötigen, Wert auf ein individuell eingerichtetes Zimmer legen und trotz körperlicher Einschränkungen möglichst regelmäßig am gemeinsamen Alltag teilnehmen möchten.
Weniger geeignet ist die Wohngemeinschaft für Menschen ohne kognitive Veränderungen, für Personen mit sehr starkem Bewegungs- bzw. Weglaufdrang sowie bei einer akuten Suchtproblematik.
Pflege und Betreuung rund um die Uhr
Die Bewohner:innen werden 24 Stunden am Tag und sieben Tage die Woche durch ein festes Team aus Pflegekräften und Pflegefachkräften begleitet. Zusätzlich gibt es eine Präsenzkraft, die sich insbesondere um gemeinschaftliche Belange kümmert.
Bei Aktivitäten außerhalb der Wohngemeinschaft können ergänzend auch externe Angebote genutzt werden, beispielsweise ehrenamtliche Begleitdienste, Mobilitätsdienste sowie Angebote kirchlicher oder anderer Träger. Dadurch soll einerseits eine zuverlässige Versorgung sichergestellt und andererseits die Teilhabe am Leben außerhalb der WG ermöglicht werden.
Drei Bäder und vier WCs
In der WG stehen drei Gemeinschaftsbäder und insgesamt vier WCs zur Verfügung. Die einzelnen Bewohnerzimmer verfügen nicht über ein eigenes Bad oder WC. Rollstuhlgerechte beziehungsweise für pflegerische Bedürfnisse geeignete Bäder sind vorhanden.
WLAN, TV-Anschluss und Telefon sind ebenfalls vorhanden. Eine separate Notrufmöglichkeit direkt im Bewohnerzimmer besteht hingegen nicht.
Barrierefrei im zweiten Obergeschoss
Die WG befindet sich im zweiten Obergeschoss eines Mehrfamilienwohnhauses und ist barrierefrei über einen Aufzug erreichbar.
Das Haus selbst kann als lebendiges Wohnhaus beschrieben werden, in dem Familien und Menschen unterschiedlicher Altersgruppen leben. Dadurch ist die Wohngemeinschaft nicht isoliert, sondern Bestandteil eines normalen Wohnumfeldes. Das entspricht auch dem Konzept der Sozialraumintegration: Die Bewohner:innen sollen möglichst selbstverständlich Teil ihres Wohnumfeldes bleiben.
Grün wohnen in Lichtenrade
Öffentliche Grünflächen befinden sich in der Nähe. Auch Einkaufsmöglichkeiten, Apotheken und Arztpraxen sind schnell erreichbar. Die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr erfolgt über Busverbindungen.
Angehörige und Bezugspersonen sind willkommen
Angehörige und andere wichtige Bezugspersonen sollen ausdrücklich Teil des WG-Lebens sein. Feste Besuchszeiten gibt es nicht. An- und Zugehörige sind jederzeit willkommen. Selbstbestimmung funktioniert besonders gut, wenn Angehörige und andere Bezugspersonen sich am WG-Geschehen beteiligen.
Für Angehörige kann die Wohngemeinschaft gleichzeitig eine Entlastung bedeuten: Die Verantwortung für die tägliche Pflege und Betreuung liegt nicht mehr allein bei ihnen. Dadurch kann wieder stärker die persönliche Beziehung – beispielsweise als Tochter, Sohn, Partner:in oder andere Bezugsperson – in den Mittelpunkt rücken.
Ein Zuhause bis zum Lebensende
Ein wichtiger Aspekt des Wohnkonzepts ist, dass Bewohner:innen nach Möglichkeit bis zu ihrem Lebensende in der Wohngemeinschaft wohnen bleiben können.
Die WG versteht sich damit nicht nur als Ort der Versorgung, sondern als langfristiges Zuhause. Gerade dann, wenn die Versorgung im bisherigen häuslichen Umfeld nicht mehr ausreichend möglich ist, soll die Wohngemeinschaft eine Alternative bieten, die Sicherheit mit möglichst viel Normalität und Selbstbestimmung verbindet.